Universitäts-Kinderklinik Tübingen
Arthritis ist eine Entzündung der Gelenke, die zu Schmerzen mit Bewegungseinschränkung, Schwellung und Rötung führen kann. Dauert die Entzündung lange, kann es auch zu einem Umbau der Knochen kommen, das Gelenk versteift. Tritt die Arthritis bei Jugendlichen oder Kindern unter 16 Jahren auf, bezeichnet man sie als juvenile Arthritis.
Ursachen der Arthritis im Kindesalter
Die Arthritis im Kindesalter kann sehr verschiedene Ursachen haben. Sie kann nach Bissen von mit sogenannten Borrelien infizierten Zecken auftreten (Borreliose-Arthritis). Wie auch das nach Streptokokkeninfekten auftretende Rheumatische Fieber ist diese Arthritis durch Antibiotika zu behandeln. Von diesen Formen abzutrennen ist die “juvenile idiopathische Arthritis (JIA)”. Unter diesem Begriff werden verschiedene Erkrankungen zusammengefaßt. Idiopathisch heißt, daß die Ursache bisher nicht bekannt ist. Ältere Namen für diese Krankheit sind “juvenile chronische” oder “juvenile rheumatoide Arthritis”. Wie alle Gelenkerkrankungen gehört auch die JIA zu den Rheumaerkrankungen. Es ist aber zu betonen, daß JIA mit dem Rheuma des Erwachsenenalters sehr wenig zu tun hat. Rheuma ist nur ein Oberbegriff für eine Vielzahl von verschiedensten Erkrankungen der Gelenke.
JIA und Häufigkeit der Uveitis-Beteiligung
Die Einteilung der JIA erfolgt nach der Anzahl der befallenen Gelenke. Sind maximal vier Gelenke betroffen, handelt es sich um eine Oligoarthritis, die meist große Gelenke bei Mädchen betrifft und oft mit einer Uveitis einhergeht. Sind mehr als vier Gelenke betroffen, liegt eine Polyarthritis vor. Auch dabei kann es zur Uveitis kommen, allerdings seltener.
Von diesen Formen ist die “HLA-B27-positive Spondylarthritis” abzugrenzen, die meist auf dem Erbmerkmal HLAB27 beruht und die ebenfalls mit Uveitis einhergehen kann, sowie die mit Schuppenflechte (Psoriasis) assoziierte Arthritis. Der Gelenkbefall und eine positive Familienvorgeschichte sichern die Diagnose. Der Gelenkbefall kann den Hauterscheinungen um Jahre vorausgehen.
Häufigkeit
Die JIA kann jedes Kind betreffen. Die Erkrankungshäufigkeit liegt bei rund 10 von 100 000 Kindern pro Jahr, und wie bei der Uveitis können alle Formen akut oder chronisch verlaufen. Im Labor gibt es nur indirekte Hinweise auf die Erkrankung. Es gibt auch keine Untersuchungsmöglichkeit, die voraussagt, ob die Erkrankung bei einem einzelnen Kind ausheilen wird oder ob sich ein Verlauf mit anhaltenden Krankheitsschüben entwickeln wird.
Behandlung der juvenilen Arthritis
Die JIA bedarf oft einer langfristigen und vielfältigen Behandlung. Ziel dieser Behandlung muß sein, bleibende Schäden am Skelettsystem und anderen Organen zu vermeiden und gleichzeitig eine normale Entwicklung des Kindes zu ermöglichen. Die Grundlagen der Behandlung durch den Kinderrheumatologen sind Krankengymnastik sowie verschiedene Medikamente, die durch weitere medizinische Maßnahmen wie augenärztliche und orthopädische Therapie ergänzt werden. Die Behandlung des Kindes sollte möglichst von Spezialisten durchgeführt werden. Dabei sollten auch die aus der Erkrankung und Behandlung entstehenden Belastungen für die Familie nicht in Vergessenheit geraten.
Patientengruppen
Wie für Uveitis gibt es auch für Arthritis Patientengruppen:
Informationen u. Kontaktaufnahme bei:
- Vereinigung Morbus Bechterew
- Deutsche Rheumaliga e.V.

